(So many stars - so little time)
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©Christoph Herdt,
Studio 54, Frankfurt
Wiedergabe erfolgt mit freundlicher Genehmigung
Big Bertha Superstar... äh ich meine, Supermodel.
"Wo bringst du mich hin?" fragte mich
Bertha, als ich
sie fertig machte, um sie aus meinem Zimmer im Keller zu holen.
"Lass dich überraschen!" sagte ich geheimnisvoll.
"Moment mal, draußen ist's noch gar nicht finster und
außerdem regnet es. Wir gehen also nicht spechteln..."
hakte sie nach.
"Lass dich überraschen!" sagte ich
erneut.
"NEIN! NEIN!" schrie sie, als hätte sie festgestellt,
worum es geht, "ich will nicht hoch! Du willst mich
verkaufen!"
"Nein, ich verkaufe dich nicht,"
versuchte ich sie zu beruhigen.
"Doch, doch! Allen anderen hier hattest du auch schön
zugeredet, als du sie geholt hast, und seitdem habe ich
sie nicht mehr gesehen."
"Nein, keine Sorge, ich verkaufe dich nicht,"
erwiderte ich (zumindest heute verkaufe ich dich nicht, dachte ich
mir aber weiter). "Ganz im Gegenteil, heute ist ein großer
Tag für dich."
"Wer sind diese Männer, nehmen die mich mit?"
fragte mich Bertha panikartig, als wir oben auf der Terrasse
angelangt waren.
"Nein, die sind hier um dich zu fotografieren. Du hast
heute ein echtes Fotoshooting und das sind echte
Profifotografen."
"Aber fotografieren tut doch nur ein Mann..."
"...und der zweite kümmert sich um die Beleuchtung,"
vervollständigte ich den Satz.
"Das ist ja toll," sagte sie, als sie sich etwas
beruhigt hatte. "Kommt mein Foto dann in die Sterne
und Weltraum oder gar Sky & Telescope oder
Astronomy?" Beinahe sprang sie mir an die Decke vor
lauter Vorfreude.
"Oh, da muss ich dich leider ein bisschen enttäuschen,
Bertha" antwortete ich, "das ist nur für einen
Artikel in der Firmenzeitschrift meines Brötchengebers. Aber
dennoch erwarte ich von dir, dass du dein Bestes gibst."
Damit holte ich sie wieder etwas auf den Boden der Tatsachen zurück,
aber dennoch: dass sich gleich zwei Männer um sie kümmern würden,
schien ihr zu imponieren.
Als das Fotografenteam mit dem Aufbauen fertig war, und Bertha sich herausgeputzt hatte, konnte es losgehen.
Das hättet ihr sehen sollen, wie ein Top-Model vollführte Bertha die Anweisungen des Fotografen, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht. Ein Wunder, dass ich noch mit aufs Bild durfte. Fast eine ganze Stunde lang legte sich Bertha, ja, die Große Bertha konnte man sagen, ins Zeug und zeigte sich geduldig von ihrer besten Seite für jede Aufnahme.
Als dann aber der Fotograf mit "So, das dürfte reichen," das Ende des Fotoshootings bekanntgab, hörte ich, wie Bertha "Jetzt bin ich aber auch fertig..." vor sich hinmurmelte. Fotografiert zu werden schien für sie also anstrengender zu sein, als eine ganze Nacht durchzuspechteln. Der Job von Supermodels ist also doch nicht so einfach wie's aussieht...
Vier Wochen später hatte ich dann die Zeitschrift in der Hand und konnte es kaum erwarten, den Artikel zu sehen und ihn auch Bertha zu zeigen.
"Was... nur ein einziges Foto im ganzen Artikel,
und dafür habe ich eine ganze Stunde gerackert?"
meinte Bertha etwas enttäuscht.
"Na ja, immerhin können dich jetzt tausende Menschen
sehen und auf die Albireo-Seite kommst du dafür auch noch."
Und hier ist sie nun...!