Schon bald lag die strikte Wagenordnung des Herrn Mausheisters
vor:
Liebe Brautleute, liebe Schwiegerschwestern, -mütter und
-väter, Schwippschwäger, Kegel, Kinder und Kindeskinder,
liebe Albireos! Und Schwiegerenkel! Vettern und Magern!
Wie ich, heimkehrend von einer einwöchigen Reise nach Rügen
(des schlechten Wetters wegen) soeben lese, bin ich von unserem Fahrer
des Großen Wagens, dem allseits geschätzten Norbert, zum
Hausmeister unserer Reise benannt worden. Und so will ich euch über
die wichtigsten Regeln einer solchen Fahrt informieren, damit wir alle
auch wohlbehalten am Ziel M(wieso, weshalb, warum und überhaupt)
und M(sowieso, ich glaub, es war die vierzehnte Primzahl) ankommen!
Und wieder zurück!
- §1
- Die Fenster dürfen während der Fahrt nicht geöffnet
werden. Das äußere Vakuum ist nicht jedermanns Sache, manche
blasen sich da gleich ziemlich auf!
- §2
- Sämtliche Handy-Gespräche während des Fluges sind
einzustellen. Da die Geschwindigkeit des Großen Wagens ungefähr
334-fach LG beträgt, kommen die Funkwellen später an, als wir
voraussichtlich wieder wohlbehalten zurück sind.
- §3
- Während der Starts oder der Landung müssen alle,
Bedienpersonal wie Röhren ab 5 (cm Länge), angeschnallt
bleiben; Röhren unter 5 (cm Länge) dürfen im
Handgepäck mitgeführt werden.
- §4
- Während des Starts oder der Landung ist die Benutzung der
Toiletten untersagt, sonst $$! Die Startphase endet mit Erreichen der
normalen Flughöhe von 22 Lichtjahren.
- §4a
- Nach dem Start oder vor der Landung ist die Benutzung der Toiletten
untersagt, wenn nicht dringende Umstände vorliegen. Bekanntermaßen
herrscht im Weltraum nicht nur Vakuum, sondern auch weitgehende
Schwerelosigkeit. Man mag sich's gar nicht vorstellen! Siehe auch §5.
Sonst $$!
- §5
- Während des Starts ist der Genuss von Drogen und Genussmitteln
jeder Art dringendst untersagt, sonst $$! Die wegen der Missachtung dieser
Regeln während der letzten Fahrt notwendigen Reinigungsarbeiten sind
bis heute nicht ganz abgeschlossen. Eventuell aufgefundene Reste bitte ins
Fenster werfen und kurz die Augen schließen! Siehe auch §7!
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- §6
- Weißlichtsäue sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Peitschenmaste, auch für Dekorationszwecke, werden nicht befördert.
Taschenlampen und Discobeamer nur als Tauschartikel für primitive
Einzeller.
- §7
- Während der Fahrt können astronomische Beobachtungen auch
ohne die mitgeführten Röhren durchgeführt werden: die
Fenster bestehen zu diesem Zwecke aus einer perfekt apochromatisch
geformten Gravitationslinse variabler Brennweite. Diese bestehen aus
einem Mini-Schwarzen-Loch, mit einer netten kleinen Akkretionsscheibe
für Abfälle jeder Art.
- §7a
- Man nehme einfach sein Lieblingsoku und halte es vor sein Auge, auf
das Fenster gerichtet. ALLES IMMER SCHARF! Für Liebhaber von
Spiegeltelekopen à la Dobson o.ä. fernöstlicher
Herkunft stehen Beugungsgitter und die gefürchteten Bildfeldminimierer
zur Erzeugung der schlimmsten Abbildungsfehler kostenlos zur
Verfügung.
- §8
- Die Fahrtkosten enthalten Beförderung, Servierung des
Frühstücks jeden Morgen bei Sonnenaufgang am Bett durch
unser ausgewähltes Personal, 3 Tagesmenus à la carte
vom 12*-Koch, Getränke nach Wahl, Animation während der
gesamten Reisedauer sowie 3 Versuche zur Reanimation im Falle na
woll'n wir's nicht hoffen.
- §9
- Für während der Fahrt auftretende technische Fehler
am Gefährt ist der Fahrer und der Hausmeister zuständig.
Einen Kapitän gips nicht.
- §10
- Im Falle einer Panne wird der Stern Polaris angeflogen, der
während der ganzen Fahrt immer direkt rechts in gleicher, kurzer
Entfernung liegt. Er soll einen erdähnlichen Planeten besitzen,
der von seinen Einwohnern "Oeribla" genannt wird.
Verrückter Name, wennse mich fragen.
Ich hoffe auf vollzähliges Erscheinen und eine fröhliche
Reise.
Gez. der Hausmeister
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