20 Jahre
ALBiREO
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Kaiserschmarrn
einmal anders, nämlich als Tatmotiv: Birgit Kremer wurde
von den örtlichen Sicherheitskräften festgenommen,
nachdem sie einen Einbruchsdiebstahl im benachbarten
Bauernhof verübt hatte.(B.Kremer, W.Kienreich)
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Stephans
Therapieversuche an unheilbar Astrosüchtigen stießen
mitunter auf unerwartet heftigen Widerstand ...(Stephan P.)
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Birgit Kremers
Ausrüstung ist speziell auf die Bedürfnisse ihrer
Teleskope abgestimmt(W.Kienreich)
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Der 160-Zoll-Newton
wird eingeflogen - man beachte den etwas verloren
wirkenden Telrad-Sucher(W.Kienreich)
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Der medizinische
Beweis für die Wirkung von W.R.s Psi-Strahlen...
gesund (l.), nach einigen Einkäufen (r.), Endstadium
(u.)(W.Kienreich)
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Wolfgang Kienreich
legt letzte Hand an sein gerade noch portables
Solarkraftwerk, das seine CCD-Ausrüstung mit Strom
versorgen soll(W.Kienreich)
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Der Stromverbrauch
der neuen EQ27-Montierung ist enorm. Nach Kundenprotesten
liefert der Hersteller nun werkseitig ein transportables
Nuklearkraftwerk mit.(W.Kienreich)
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Ups, da ist
Walentina etwas aus dem Okularauszug gefallen...(W.Kienreich)
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Immer wieder fallen
Anfänger auf Händlerversprechen herein - hier wurde
einem gutgläubigen Menschen ein `Doppelreaktor' verkauft
...bloß, wo ist jetzt der Okularauszug?(W.Kienreich)
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Hier die im letzten
SuW empfohlene `einfache Testanordnung zur Bestimmung der
optischen Qualität, die jedem ambitionierten Amateur
bekannt sein sollte". W.R. aus M. dazu: `Ab sofort
testen wir alle Neugeräte so, damit der Kunde sicher
sein kann Qualität zu kaufen'.(W.Kienreich)
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ALBiREO musste sich
im Vorfeld des Treffens aufgrund zahlreicher
Presseberichte ausdrücklich von Gruppen militanter
Lichtverschmutzungsgegner distanzieren(W.Kienreich)
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Wie schon vor 20
Jahren machen sich mit Markteinführung der neuen
Synta-Montierung EQ27 ganze Containerladungen auf den
Weg zu Händlern nach Deutschland.(W.Kienreich)
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Im Rahmen des
Naglerweitwurf-Wettbewerbes wurden hervorragende
Leistungen erbracht. Das Einsammeln der geworfenen
Objekte gestaltete sich allerdings aufgrund der erzielten
Weiten etwas umständlich.(W.Kienreich)
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Antiquitätenspezialist
Jürgen Schmoll (Lord Durham) konnte günstig eine `echt gute'
gebrauchte Optik erstehen. Jedoch: Die GPDX-Montierung
scheint trotz zusätzlicher Gegengewichte überlastet.
Unser Tip an Sir Jürgen: Versuch's doch 'mal mit der neuen
EQ27!(W.Kienreich)
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Kärnten - Aus 47 Ländern treffen hunderte Amateure zum
alljährlichen Höhepunkt der Astrosaison, dem ALBiREO-Jahrestreffen
auf der Almhütte ein. Zwei Kräne stellen den 160-Zoll-Dobson auf,
der diesmal den Sieg als größtes anwesendes Teleskop davonträgt.
Veranstalter Wolfgang Kienreich steckt seine seit dem Vorjahr
belichtende ultra-super-dolle CCD-Kamera ab und erklärt stolz: "Ein Jahr
belichtet und noch immer kein einziges e- Dunkelstrom!"
Nachdem der mittlerweile ergraute,
fünfköpfige Rat der Gründungsmitglieder in einer ergreifend vorgetragenen,
kurzen (3½ Std.) Rede von Tom Rainy die Anwesenden und besonders
das 10.000ste Mitglied begrüßte und in einer feierlichen Zeremonie das
Mitgliedschildchen aushändigte, öffnete W.R., der mit fünf Tiefladern
sein gesamtes Gebraucht-Warensortiment heranschaffte, seine bescheidene
Ausstellung. Dass unser Tom oftmals bei seiner Begrüßungsrede von
BilligRÖHRen zum schuppenköpfigen WaldRÖHRling abschwenkte, wurde ihm
genauso verziehen wie Klarinettos Versuch, der Rede durch Untermalung mit
seinem neuen viereinhalbzölligen Holzblasinstrument den entsprechenenden
künstlerischen Rahmen zu geben.
Ein stiller Herr, das Haupt mit einem
geknoteten Taschentuch vor der Sonne geschützt, hat sich in die hinteren
Reihen zurückgezogen und reibt sich nachdenklich den grauen Bart: "Wenn
ich damals die Geburtsanzeige von ALBiREO sofort gelöscht hätte, wären
wir heute nicht hier..."
Ein Herr BDBrümmer ließ das 523ste
Update der Geburtstagsliste verteilen, die sich allerdings längst
erübrigte - denn etwa 30 Albireos haben heute Gerburtstag und
wurden dementsprechend mit 9970 Mails beglückwünscht. Alle anderen
wünschten sich in alter Tradition viel Glück zum Nichtgeburtstag!
Unten auf dem See tuckert das
wunderschöne ALBiREO-Boot heran. Tommes hat es gerade noch rechtzeitig
lackieren können und steuert es nun selig von oben fern. Ihm ist es
ganz egal, dass inzwischen Wolken aufziehen!
* * *
Im Hinterzimmer tagte unterdessen,
mit Simultanübersetzung in 143 Mundarten, zum 17.Mal das Kommittee
der Herausgeber von "Der Amateur-Astronom. Ein
deutsch-deutsch-deutsch-österreichisch-deutsch-englisch-spanisches
Wörterbuch, unter besonderer Berücksichtigung der Lausitz. 583
Seiten, 17000 Stichwörtern, 3126 Abbildungen und 8 Farbtafeln." Wie
aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautete, sollen nur noch
etwa 23400 Übersetzungen von 8700 Stichwörtern in 97,3 Dialekte in
Einzelheiten strittig sein. Das Subsubkommittee "Fockelpinne" des
Subkommittees "Amateurastronomisches Zubehör" benötigte einen eigenen
Neben-Saal, aus dem vielfach lautes Stimmengewirr und zuweilen gar
Gläserklirren zu hören gewesen sein soll.
Dichtes Gedränge um den Stand mit
Fanartikeln: Die mittlerweile verfügbaren T-Shirts fanden ebenso
reißenden Absatz wie die spechteltaugliche ALBiREO-Wollunterwäsche
in orange-blau mit vergrößertem Eingriff vorne (damit man auch mit
dicken Handschuhen...).
Unvergesslich: der ALBiREO-Abgeordnete
aus Papua-Neuguinea mit seinem aus Bambus gebauten 3" f/37 Einlinser
mit einer raffinierten Montierung aus halbierten Kokosnüssen; der
Vertreter der Inuit (Eskimo), der leider mit leeren Händen kam, da sein
aus einem Eisberg herausmodellierter 25"-Eisspiegel unterwegs
geschmolzen ist, und der Pygmäe mit einem 4" f/5-Dobson, der
auch ohne Leiter benutzt werden kann.
Aber auch aus heimischen Gefilden
waren innovative Bastelideen zu sehen: Franz von der OAAS stellte seinen
ersten Ganz-Multiplex-Holz-Gitter-Dobs vor. Den zunächst spöttelnden
Anwesenden entrang sich ein erstauntes Wow, als er die 99%ige
Reflexion des sogar noch unbeschichteten hochglanzpolierten
Hart-Holz-Spiegels nachwies.
* * *
Das Veranstaltungsprogramm war wieder
einmal so reichlich wie nie zuvor:
- Lotz richtete den jährlich schwieriger werdenden Thriller-Marathon
aus: Wer kann alle Thriller der letzten 240 Monate in einer Nacht sehen?
- Birgits Gerätepark stellte sich einer Podiumsdiskussion zum Thema:
Dein Teleskop, das vernachlässigte Wesen!
- JochenEds 3D-Diavortrag "20 Jahre ALBiREO On Tour!" fand größte
Beachtung. Anhand der historischen Aufnahmen werden gerade Wachsfiguren
der berühmtesten Albireos zu Zeiten ihrer größten Schaffenskraft
modelliert: Rohrspecht, der ohne Teleskop auf einmal doch empfindlich
für niedrige Temperaturen ist. Bernd mit dem kleinsten Bierglas im
Freistaate Bayern. Galileo vor seiner Unterleibstransplantation...
- Veteran Frank W.-P. hielt zwei Kurzvorträge: Wie ich erfuhr, was
eigentlich ein STERN ist und Die Bedeutung des Führerscheins
für die Astronomie als Hobby.
- Unter vielen Infoständen hervorzuheben war Ulrikes Medizin-Ratgeber-Theke:
Erste Hilfe bei Unfällen mit dem Teleskop. Was ist zu
tun, wenn man sich den OAZ beim Scharfstellen ins Auge rammt, das
Gegengewicht auf den Fuß fällt oder die Wange beim Blick in den Sucher
am Tubus festfriert?
* * *
Auch die praktischen Übungen kamen
nicht zu kurz!
- Gerhard stellt eine neue Methode zur Stromgewinnung im Feld vor:
Ein zwei Meter hohes (web)Hamster-Laufrad.
- Stefan G. (unvergessen sein Auftritt auf dem 10. Jahrestreffen mit
NOSE, dem von einer Rübenbatterie betriebenen mobilen Radioteleskop,
mit dem die ersten Signale von Außerirdischen empfangen worden waren)
unterwies Freiwillige im Sternesehen unter bedecktem Himmel.
Der Laternenpfahl muss jetzt ausgebeult und nachlackiert werden.
- Der Rohrspecht bot ebenfalls ein praxisnahes Seminar an unter dem
einprägsam kurzen Titel: Wie finde ich in einem Lastwagen voller
Okulare in Minutenschnelle für ein gegebenes Objekt, bei gegebener
Brennweite und gegebenem Öffnungsverhältnis und gegebener Montierung
mit oder ohne Nachführung, bei gegebenem Zustand meiner Bandscheiben
und bei gegebenem Seeing zwischen 1 und 5 Bogensekunden das für genau
diesen Zweck optimale Okular? Teil 1, für Nicht-Brillenträger.
Der zweite Teil ist für 2027 vorgesehen, Voranmeldung verpflichtend.
- Ganz klassisch dagegen Rolf Nicolays Demonstration, wie man mit seinem
ASTRIUM - "Achromatischer Sechsxtant Trennt,
Reduziert, Interpoliert bis Unter Mikrobogensekunden" - die
Eigenbewegung der Hyadensterne schon innerhalb einer Nacht freihändig
nachweisen kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Jeannie vorher
das Seeing auf 0,0000003 Bogensekunden herunterzaubern konnte. Trotz
Hilfe von Vincent, der inzwischen Band 138 der Harry-Potter-Saga
verschlungen hat (längst hat ja die Rowland-Society die altehrwürdige
sächsische Karl-May-Gesellschaft aufgesaugt), gelingt ihr das aber nur
in einem von 983649736591 Versuchen; meistens kommen eher so 8,3''
heraus - oder es regnet Legosteine (aus denen sich don Juan de
Herschel dann eine neue Montierung zu bauen versucht).
- Nina, Manuel und Vincent v.G. gaben Zeichen- und Malunterricht unter
Michael K.'s geduldiger Oberaufsicht.
- Ein grüngekleideter Stephan führt eine begehbar-drehbare Sternkarte
vor, die nunmehr keine der irritierenden Skalen mehr aufweist und von den
Albi-Kindern begeistert als Karussel angenommen wird.
- Die ATM-Szene ist bestens vertreten mit Winfrieds Kurs:
Große Keramik-Parabolspiegel selbst gedreht auf der
Töpferscheibe! (Mehr dazu siehe
unten.)
Ein wenig aus den Fugen geriet der
für den zweiten Tag geplante Vortrag "Linsentrübungen unter besonderer
Berücksichtigung amateurastronomischer Anforderungen" von Michael K.,
gedacht als vorsorgliche Darstellung der Symptome des grauen Stars
für alternde ALBiREO-Gründungsmitglieder. Der Referent staunte jedoch
nicht schlecht, als der Vortragssaal zwar voll besetzt war, allerdings
nicht vom gebrechlichen Bedienpersonal, sondern vielmehr von hunderten
erwartungsvoll blickenden Refraktoren der ALBiREO-Stationen. Der Redner
ließ sich nicht lumpen und berichtete von seinen reichlichen Erfahrungen,
die er im Laufe der Jahre beim Zerlegen unzähliger Linsengruppen sammelte.
Viel Beifall erhielt ein kleiner Bericht über einen Satz verlorengegangener
Abstandsplättchen eines 12"-Zeiss-Vierlinsers, die kurzerhand durch
ein paar Streifen Wrigley's Spearmint (ungekaut, an beiden Seiten nur
angeleckt zur Fixierung am Linsenrand) ersetzt wurden. Als diese
Objektivvariante seinerzeit durch die Foren von astronomie.de ging,
hatte Ulrich Hennecke in ein abgelegenes Kloster zurückgezogen.
Das Auditorium gedachte in einer Minute des Schweigens dem Schöpfer des
Astro-Aphorismus.
* * *
In den vorangegangenen Monaten hatte
die Gerüchteküche wieder gebrodelt. Welche technische Neuerungen würde
es dieses Jahr erstmals zu kaufen geben? Um das Jahr 2000 hatte der
Discounter L..l-T...bo (damals nur L..l) sein berühmtes L...scope
eingeführt, das inzwischen von Takahashi nachgebaut wird, und 2001
war der Apocorrektor von Aries/APM erschienen, hauptsächlich interessant
für Besitzer von Starfire-APOs verkauft, damit die auch mal das schöne
bunte Chroma um die Planeten sehen können. 2003 hatte A..i mit seinem
A..iscope zurückgeschlagen. Das war der Anfang - wie jeder weiß -
der beiden großen Astrohandelshäuser L.-T. und A. (Lebensmittel verkaufen
seitdem nur noch P..ny und Pl.s). Beide bieten hauptsächlich Produkte
eines einzigen Herstellers aus Ch. an und unterbieten einander mit immer
neuen Abverkaufsaktionen. Die Sensation dieses Jahres sollte die
EQ-27 werden. Es handelt sich um eine freischwebende, 6 Stockwerke
hohe Montierung aus einer Tritanium-Poly-Legierung. Die Plattform auf der
Deklinationsachse bietet Platz für 60 Hobbyastronomen mit ihren Röhren und
ist über ein Treppenhaus in der RA-Achse zu erreichen. Die Beobachter sind
mit Bungee-Seilen an der Plattform gesichert, denn nach 1,5 Stunden
Spechteln schafft es niemand mehr, sich auf der Plattform zu halten.
Der Abstieg wird so zu einem besonderen Gaudium.
Doch am zweiten Tag des Treffens kommt
es unerwartet zum Eklat. Die Firma Synta, die vor zehn Jahren die Firmen
Vixen, Takahashi, Meade, Tasco (früher Celestron), Zeiss und Borg
aufgekauft hat, präsentiert ihren neuen 12" ED Apo. Die ersten, die
lechzend und hysterisch mit dem Schlachtruf "kaaaauuu-fen" auf
den Lippen auf das bisher einzige Exemplar zurennen, sind der Rohrspecht
und der Mad Hatter. Der Rohrspecht macht lautstark Anspruch geltend,
der erste Käufer zu sein, schließlich hat er sich vorher wochenlang
im Cyberspace über das Teil kundig gemacht. Er spürt daraufhin Toms
Fehdehandschuh auf der Wange. Beide lösen sogleich die Gegengewichtsstangen
aus ihren Montierungen und benutzen sie im Duell als Streitkolben.
Ein Händler schreitet dazwischen und ruft: "Jetzt wartet halt a mal
zua! I kriag nächste Woch 50 von den Apos nei. Die prüf i euch
am künstlichn Stern, und dann mach i euch a an Super Preis!"
Doch noch hat Synta nicht alle Teleskophersteller assimiliert -
mit neuen Produkten (Maksutovs, Maksutov-Cassegrains, Mak-Newtons,
Mak-Klevzovs, Mak-Cassegrain-Klevzovs, Mak-Cassegrain-Klevzov-Newtons,
sowie dem Makschmidtcassegrainschiefspiegleryolo mit dreifach obenliegender
Nockenwelle und nicht zu vergessen dem Palmtop-Programm "Wie nenne ich
meinen Maksutov richtig?" waren auch die russischen Firmen Intes, Intes
Mikro, Intes Nano, Intes Femto, Intes-Siberia sowie aus der Ukraine
die Firmen Aries, Taurus, Gemini und Cancer wieder aufsehenerregend
vertreten.
* * *
Wie so oft fand sich das wahre pralle
Leben in den kleinen Ereignissen am Rande. Sir Jürgen (vor dessen Zelt
ein Mobile aus drei Herzschrittmachern sanft im Wind pendelt) verhandelte
verbissen mit einem benachbarten Bauern über den Ankauf eines alten
Traktorscheinwerfers. Sir Jürgen im Interview: "Parabolisiert
ist das Ding schon, einfach ein Rohr drumherum gebaut und das wird
ein historisches Teleskop!"
Don Juan Herschel wurde beim Versuch, mit der Säge einen Weihnachtsbaum
zu fällen, ertappt. Abgesehen von den Geräuschen, die zuerst an
einen winterschlafhaltenden APO erinnerten, war er nicht zu übersehen,
denn - mitten in der Nacht wird es plötzlich taghell: Dieter und Andi
demonstrieren an Wolfis Künstlicher Sonne, wie man Sonnenzeichnungen
und -fotos macht. Tagsüber dienten viele Röhren als umweltfreundliche
Sonnen-Grills.
Eine gewisse Birgit K. wird festgenommen, als sie in die Speisekammer
eines naheliegenden Gehöfts einbricht. Die Delinquentin am Tatort: "Ich
wollte doch nur ein bisschen Kaiserschmarrn, und bei uns war er alle".
Besonderen Anklang findet der Vortrag "Phänomenologie der neurotischen
Astroerkranungen" von Stefan M. Danach waren sich alle einig:
Kein Astro ohne Wahn, und meine Krankheit ist die beste. Händler W.R.
aus M. dazu: "Das sag' ich schon seit langem: Da müssen die doch
wahnsinnig sein, sehen eh dass ich mir schon goldene Kloschüsseln
montiere und kaufen immer noch wie die De**en." Zu den helmartigen
Konstruktionen auf den Köpfen vieler Anwesender, die angeblich dazu
dienen, Psi-Strahlen abzuwehren, meinte er nur "kein Kommentar".
Auch an die sportliche Betätigung wurde gedacht: Ein Gaudium der
besonderen Art war das Dobsonkriechen mit Klarinetto, der diese von
ihm initierte Disziplin zum 18. Mal in Serie souverän gewann. Die
Konkurrenz war noch dabei, den Hauptspiegel abzumontieren, als er
sich bereits mit großem Geschick am Fangspiegel vorbei dem Ziel
zuwand. Keine Konkurrenz in der 16-Zoll Klasse... Großes Interesse
fanden auch die übrigen sportlichen Einlagen wie der Nagler-Weitwurf,
das "Unter-den-Tisch-Saufen" der Russischen Röhren und das
Takahashi-Mikado.
Dieter B. (nicht zu verwechseln mit
dem immer noch berühmtesten deutschen Texter, Komponisten und Sänger
Dieter B.) verfolgte das ALBiREO-Treffen per Videokonferenz von einer
sonnennahen Umlaufbahn aus. Dort, auf der Terasse seines Sonnensatelliten
"DiSoSa", arbeitete er an seinem neuesten Projekt
("Grenzschichteffekte in den Randzonen von Sonnengranulen.
Eine Beobachtungsanleitung für 2"-Refraktoren").
Den Satelliten hatte Dieter erst vor kurzem günstig
auf Ebay ersteigert. Dieter richtete eine Grußadresse an alle Albis,
in der er bedauerte, dass bei dem großen Umfang seiner Projektarbeit
die Geburtstagsliste nicht immer pünktlich ins Netz kommt und zuweilen
kleine Fehler enthält.
So um Mitternacht denkt man auch mal
ans Spechteln. Leider ist die Himmelsaufhellung recht groß. Lediglich
die Wega ist zu erahnen. Am Himmel glitzern mit -14m
"CocaCola"- und "SONY"-Schriftzüge. Kurz darauf
taucht ein Ufo auf und landet auf der Alm. Ein außerirdischer
Hobbyastromom vom 51-Pegasi-System steigt aus und keift: "Könnt
ihr Erd-A....löcher endlich mal eure verdammten Skybeamer ausschalten?"
Daraufhin sagt ein ALBiREO-Gründungsmitglied (das immer noch wie 45
aussieht): "Nächstes Jahr veranstalten wir das Treffen bei mir
in Marbella. Da ist es wenigstens noch einigermaßen dunkel."
Der Mad Hatter versuchte sich an dieser Stelle die logistischen
Probleme des Transports von 320 Güterwagen Kaiserschmarren von Kärnten
nach Andalusien vorzustellen. Er hätte freilich gut daran getan, vorher von
der Leiter des 160-Zoll-Dobson zu steigen... Wie wir aus dem Uni-Spital
Graz hören, geht es ihm den Umständen entsprechend gut.
* * *
Unserem rasenden Reporter gelang es,
die Anwerbung des 10001. Mitglieds im Nichtverein zu belauschen. Anscheinend
wollte Kurt nicht länger das letzte Nichtmitglied im Mitteleuropa sein!
Um wenigstens einigermaßen in den Rahmen zu passen, überklebte er,
während er sich unbeobachtet wähnte, die Preisschilder an seinen CZJ
Geräten - die Sticker hatte der als Mad Hatter bekannte Pate
"organisiert". Sie zeigen die Flagge von Groß-China (blau-schwarze
Tuben auf rotem Grund, und ganz klein in der Ecke "Sponsored
by WR").
* * *
Anhang -
ein kommentiertes Inhaltsverzeichnis des Spiegeltöpferkurses:
"Ich möchte euch heute, nach der Fertigstellung meines 25zigsten
Parabolspiegels, etwas davon vermitteln, was es bedeutet, den
Parabolspiegel selber in Angriff zu nehmen.
Ich möchte meinem Kurs ein Wort von C.Morgenstern vorausschicken:
«Laß die Moleküle rasen,
was sie auch zusammenknobeln!
laß das Tüfteln, laß das Hobeln,
heilig halte die Ekstasen!»
Ja, die Moleküle anzuordnen ist das Ziel des Parabolisieres, und sein
Unterfangen beginnt schon bei der Besorgung der basalen Utensilien zum
chaotischen Unterfangen auszuarten.
Also zuerst braucht der (engagierte, ernsthafte Amateur -halt- das ist nicht
das MEADE-Seminar) Entschlossene guten Ton.
Zunächst müssen die gelben Seiten gewälzt werden und das nächstgelegene
Tonwerk gefunden werden und dann in langen Telefonaten dazugebracht werden,
nicht in Europalleten-Stückelung sondern nur 40-50kg Ton für den geplanten
1,5m Spiegel zu liefern.
Dann hat der Entschlossene die nächste Hürde in Form der Berechnung der
Spiegeldaten und die Abstimmung der eigenen Anforderungen an das Erreichbare
zu nehmen. Also was soll der Spiegel alles bieten:
1. Krachscharfe Planetenbilder
2. Okularstutzenansatz auf Stehhöhe
3. Entfernung von Himmelsaufhellung
4. Faltbarer Hauptspiegel, damit er noch durch die Tür passt
5. Gesamtgewicht unter 10kg
6. Belichtungszeiten unter 0,10 Sekunden
7. Vignettierungsfreier Blick bis zum Eulennebel
Zu 1.: Die Planetenbilder werden aus dem Internet geladen und mit Giotto
auf den Sekundärspiegel projiziert (auch mit Tee). Hierzu muss noch eine
Chilisauce und ein wenig METALLICA oder GUANO APES gemischt werden und
schon haben wir krachscharfe Planetenbilder.
Zu 2.: Daraus ergibt sich eine Geometrie von f/1:1,12. Die Pfeiltiefe liegt
bei ca. 35 Lichtjahren.
Zu 3.: Die Himmelsaufhellung wird durch die Verwendung von Veloursfolie
als Träger für die Spiegelschicht weggeschluckt.
Zu 4.: Die Klappbarkeit wird durch die Verwendung von
Edelstahl-Klavierleisten (Klarinetto besorgt alles) und die Segmentierung
des Spiegels erreicht.
Zu 5.: Das Gesamtgewicht bleibt unter 10kg, weil als Trägermaterial doch
nicht der Ton, sondern Styropor zum Einsatz kommt. Styropor hat außerdem
die positive Eigenschaft, bei Erfrierungsgefahr am Spechtelort auch als
Iso-Matte genutzt werden zu können. Durch die Klappbarkeit des Spiegels
kann der geschickte Amateur auch ein Kleinzelt daraus errichten.
Zu 6.: Die Belichtungszeit für Deep-Sky-Aufnahem von Sh 146 kann unter
0,1 Sekunden gehalten werden, wenn die Parabolisierung bis auf
Lamda/2000stel erfolgt. Dies ist nur durch sorgsames und geduldiges
Kämmen der Veloursfolie in Rotationsrichtung der Photonen möglich,
aber nicht unerreichbar. Man nimmt zur Prüfung der Haarausrichtung am
besten den DOLL-0-Test oder, wer es ein wenig lockerer möchte, auch den
BIT-10-Test.
Zu 7.: Hier kann man nur sagen, runter mit der Obstruktion. Wir sollten
eh daran arbeiten, soviel Abschattung wie möglich zu entfernen. Also
mindesten einen 12"-Okularauszug mit 16fach Crayford-Design
Friktionsantriebsspindeln und Autofokusschnittstelle zur späteren
Erweiterung um die ST25E-XXL mit Vierfach Peltierkühlung und
AutoguidingfokusLX200kompatiblem SKYSensorprotokollAdapter mit
Java-Schnittstelle, damit auch im Internet die im Dunkelstrom
verhedderten Elektronen noch fokussiert werden können. Näheres zu
diesem Equipment wird Wolfi gerne weitergeben.
Die Herstellung des Spiegels wird dann mit Raspeln und Sägen angefangen,
und nach einiger Zeit und Geduld wird auch dieser Spiegel schlussendlich
die Schönheiten des Nachthimmels zeigen können. Ein paar Kratzer sind hier
leicht zu verschmerzen, weil es ja ein selbstgebautes Präzisionsinstrument
ist. Und... eigentlich ist dies erst der Ausweis dafür, dass nicht einfach
schnöde nur ein Spiegel von A..I gekauft wurde. Das kann ja jeder..."
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